Studie belegt Hessens Stärke als Medizintechnikstandort
Wirtschaftsminister Rentsch: „Branche ist überdurchschnittlich forschungsaktiv und innovativ"
„Die Medizintechnik ist eine innovative Wachstumsbranche und Hessen ein sehr starker Medizintechnikstandort. Die Unternehmen attestieren Hessen hervorragende Standortqualitäten und blicken zuversichtlich in die Zukunft" - dieses Fazit zieht Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch aus einer neuen Studie, deren Ergebnisse heute auf der ersten Hessen-Medtech Lounge im Mathematikum in Gießen vorgestellt wurden. Mit der Bestands¬aufnahme und Unternehmensbefragung hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hessen Agentur das Beratungsunternehmen Roland Berger beauftragt.
Wie die Studie ergab, erwirtschaften in Hessen 20.000 Beschäftigte in rund 1.100 Unternehmen mit Medizintechnik einen jährlichen Umsatz von über 4 Milliarden Euro. „Ob Prävention oder Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation - die Medizintechnikbranche ist von entscheidender Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung der Bürger. Doch sie stärkt auch den Wirtschaftsstandort Hessen und sichert Arbeitsplätze", sagte Rentsch
Seit der vorigen Studie aus dem Jahr 2006 haben insbesondere forschungsintensive kleine und mittelständische Unternehmen bei Umsatzwachstum und Mitarbeiterzahlen zugelegt. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) am Anteil des Gesamtumsatzes kletterten auf 13,5 % - das Anderthalbfache des Bundesdurchschnitts von rund 9 %. „Gerade der überdurchschnittliche Forschungs- und Entwicklungsanteil zeigt, wie attraktiv der Innovations- und Investitionsstandort Hessen ist", sagte der Minister.
Hohe Standortzufriedenheit
In der Umfrage zeigte sich eine hohe Standortzufriedenheit: „Mit mehr als 90 % ist die überwältigende Mehrheit der Medizintechnik-Unternehmen mit dem Standort Hessen zufrieden", sagte Rentsch. „Als besondere Stärke erweisen sich Verkehrsanbindung und Infrastruktur; dicht gefolgt von der Verfügbarkeit qualifizierten Personals. Die hier ansässigen Medizintechnik-Unternehmen blicken insgesamt zuversichtlich in die Zukunft, was nicht zuletzt durch ihre internationale Ausrichtung begründet ist." Wie die Studie zeigt, liegt die Exportquote der hessischen Medizintechnikfirmen mit rund 68 % deutlich über dem deutschen Branchendurchschnitt von 60 bis 65 %.
Die Hessische Landesregierung unterstützt die Zukunftsbranche mit zahlreichen Angeboten. Dazu zählt die Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE), die herausragende Forschungsaktivitäten mit dreistelligen Millionenbeträgen fördert. Einen großen Stellenwert haben dabei Verbundprojekte kleiner und mittelständischer Unternehmen. „Auch hier setzen wir einen starken Fokus in die Medizintechnik", betonte Rentsch. Über diese Programme fließen rund fünf Millionen Euro in 18 Projekte mit 33 beteiligten hessischen Medizintechnik-Unternehmen. Der Minister wies auch auf das Medizintechnikzentrum an der Technischen Hochschule Mittelhessen hin, mit dem Hessen die Technologieinfrastruktur ausbaue. Als weitere wichtige Förderinstrumente nannte er die Technologieaktionslinien Hessen-Biotech und Hessen-IT, deren Fachveranstaltungen, Brancheninformationen und Messeauftritte die Unternehmen unterstützen und vernetzen.
„Auch in diesem Jahr präsentieren sich wieder zehn hessische Unternehmen und Netzwerke auf dem hessischen Gemeinschaftsstand auf der MEDICA, der internationalen Leitmesse für die Medizinwirtschaft", sagte Dr. Thomas Niemann, Leiter der Aktionslinie Hessen-Biotech. Die weltweit größte Medizinmesse findet vom 14. bis 17. November 2012 in Düsseldorf statt. Der traditionelle Hessen-Empfang am 14. November steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hessen-Medtech - regionale Stärken für globale Märkte". Niemann verwies auf die wachsende internationale Nachfrage nach Medizintechnikprodukten: „Dies verspricht insbesondere für hessische Unternehmen hervorragende Wachstumsaussichten."
Erscheinungsdatum: 13.11.12
Bandnummer: 14
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